Unsere Jagdhunde

 

"Jagd ohne Hund ist Schund" - dass dieses Motto nur zu Recht besteht, erlebt der Jäger im jagdlichen Alltag immer wieder.

 

Dank der dem Menschen weit überlegenen Sinne, insbesondere des Geruchssins, ist der Jaghund ein unverzichtbarer Gehilfe sowohl vor, als auch nach dem Schuß. Wie häufig ist seine gute Nase vonnöten, wenn beschossenes Wild für den Jäger nicht gleich auffindbar ist oder krankes, z.B. bei einem Verkehrsunfall angefahrenes Wild, nachgesucht werden muss. Wie häufig stünde der jagdliche Erfolg infrage, wenn der gute Vorstehhund dem Jäger das Wild nicht angezeigt hätte.

 

Der jagdlich brauchbare Hund bewahrt Sie davor, mit dem Jagdgesetz in Konflikt zu geraten. Nur mit einem Hund, der die entsprechende Prüfung für die jagdliche Brauchbarkeit abgelegt hat, ist die Arbeit nach dem Schuß zulässig. Nur mit ihm sind die gesetzlichen Vorgaben einer Nachsuche  erfüllt. Nicht nur aus ethischen Gründen, sondern auch nach dem Landesjagdgesetz, muss jede beschossene Kreatur nachgesucht werden. Wer dieses unterlässt, macht sich strafbar und es droht der Verlust des Jagdscheines. 

 

In diesem Sinne sei auch der Ärger nicht zu unterschätzen, den sich der Hundeführer einhandelt, wenn er mit seinem nicht brauchbaren Hund aktiv an einer Gesellschaftsjagd teilnimmt, er diesen zum Beispiel im Treiben einsetzt und der Hund dabei einen Unfall verursacht. Nur ein ausgebildeter Hund weiß sich im Jagdbetrieb richtig zu verhalten, wodurch unfallträchtiges Fehlverhalten vermieden wird.

 

Eine jagdliche Brauchbarkeitsprüfung stellt hohe Anforderungen an den Jaghund, die sich auf die Wildschärfe, Schußfestigkeit- und Ruhe, Wasserfreude, Ausdauer und die Führigkeit beziehen.

 

Die sogenannte Brauchbarkeit und die daran geknüpften Aufgaben unterscheiden sich nach der Hunderassen-Gruppierung. Diese Unterscheidung nimmt man vor, da die jagdlichen Anlagen nicht bei allen Jagdhunde-Rassen gleich ausgeprägt sind.

 

Moderne Jagdhunde werden nach dem Schwerpunkt ihrer angewölften Fähigkeiten unterschieden.  So ordnet man die sogenannten 'Spezialisten', Hunderassen, mit einer herausragender Veranlagung, folgenden Gruppen zu:

 

  • Schweisshunde

  • Apportierhunde 

  • Stöberhunde

  • Erdhunde

  • Vorstehhunde

  • Bracken

 

So helfen zum Beispiel Stöberhunde dem Jäger vor dem Schuß. Bei sogenannten Bewegungsjagden (Treibjagd, Beunruhigungsjagd) machen sie das Wild flüchtig und bringen es dazu, regelmäßig genutzte Aufenthaltsorte und Deckungen im Revier zu verlassen. Die Hunde suchen selbständig nach der Beute und treiben sie vor das Gewehr des Jägers. Auch die Bracken wurden in erster Linie für die Arbeit vor dem Schuß gezüchtet. Auch sie sollen das Wild weiträumig aufsuchen und dem Jäger zutreiben.

 

Apportierhunde hingegen sind in erster Linie für die Arbeit nach dem Schuß gezüchtet worden. Ihre Aufgabe ist es, dem Jäger das erlegte Wild nach dem Schuß zuzutragen. Ein bei uns weit verbreiteter, beliebter Apportierer ist der Retriever. 

 

Bauhunde sind kurzläufige Hunde, jagen unter der Erde in den Bauen und bringen so das Wild dem Jäger in den Anblick. Ihnen ist häufig eine stark ausgeprägte Wildschärfe und Härte angewölft, denn Baujagd stellt sehr hohe Anforderungen an diese Eigenschaften des Hundes.

 

Ein echter Spezialist ist der Schweisshund. Seine Fähigkeit auf der Duftspur des Wildschweisses oder auch nur der Bodenverwundung durch die Schalen des flüchtenden Wildes nachzuspüren, macht ihn zu einen unverzichtbaren Jagdhelfer. Ohne seine Sinnesleistung, dem überaus fein ausgeprägten Geruchsssinn, würde manches kranke Stück Wild nicht gefunden werden und könnte nicht von seinem Leid tierschutzgerecht erlöst werden. 

 

Viele Spezialisten finden im heutigen Jagdalltag aufgrund des allgemeinen jagdlichen Wandels nicht mehr ausreichend Möglichkeiten, ihre besonderen Fähigkeiten häufig genug einzusetzen, um ausgelastet zu sein. Deshalb entscheiden sich immer mehr Jäger für einen  Hund mit mehreren gleich gut ausgeprägten Fähigkeiten.

 

Diese sogenannten 'Allrounder' werden auf äußerste Vielseitigkeit gezüchtet. So werden diese z.B. heute für Nachsuchen eingesetzt, morgen für das Vorstehen auf Niederwild oder für das Bringen nach dem Schuß. Auch einige der sogenannten Spezialisten haben heutzutage vielseitige Einsatzbreite. So sind in der Aufzählung der bei uns am meisten verbreiteten 'Allrounder' einige von ihnen wiederzufinden: 

 

  • Deutsch-Drahthaar

  • Deutsch-Kurzhaar

  • Stichelhaar

  • Pudelpointer

  • Münsterländer

  • Magyar Vizsla

  • Weimaraner

 

... um nur einige von ihnen zu nennen.

 

 

Sind Sie im Besitz eines Jagdgebrauchshundes und möchten diesen als Jagdbegleiter mit jadlicher Brauchbarkeit führen, helfen wir Ihnen gerne auf diesem geduldvollen, übungsreichen Weg, mit Ihrem Vierbeiner gemeinsam ans Ziel zu kommen.

 

 

 

​NORDDEUTSCHER JAGD- UND GEBRAUCHSHUND-VEREIN E.V.                                                   GEGRÜNDET 1895

© 2015 erstellt von Bettina Merl für den NORDDEUTSCHEN JAGD- UND GEBRAUCHSHUND-VEREIN E.V.

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